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  • Puuuhhh

    Am dritten Spieltag sollte es gegen Birkenfeld - auf uns bezogen eine der wenigen nominell schwächeren Mannschaften der Verbandsliga - den ersten Sieg geben. Immerhin wurden gegen Heidelberg und Pforzheim quasi fünf Punkte liegen gelassen (klingt vielleicht etwas überheblich, war aber durchaus drin!). Birkenfeld trat in Bestbesetzung an, während wir den Ausfall von Hans-Martin verkraften mussten.

    Ein frühes Remis gab es an Brett sieben. Hans-Peter hatte es mit einem geschlossenen Sizilianer zu tun. Der Gegner stieß Ausgangs der Eröffnung mit dem e-Bauern zunächst nach e5 vor, um kurz darauf e6 folgen zu lassen. Dieses Bauernopfer riss zwar die schwarze Rochadestellung auseinander, aber das war wegen forciertem Damentausch nicht so tragisch. Also blieb der Mehrbauer gegen minimale Kompensation und der Gegner nahm Peters Remisangebot dankend an - 0,5:0,5

    Nach gut drei Stunden dann die Führung. Nach ausgeglichenem, ruhigem Eröffnungsverlauf übersah mein Gegner (2) eine kleine Kombination, die zwei Springer für einen Turm einbrachte. Die Partie damit, wie es so schön heißt, "im höheren Sinne" gelaufen. Weiß ließ in der Folge einige schnelle Gewinne aus, der Sieg war aber letztlich nur eine Frage der Zeit. Den Schlusspunkt setzte die weiße Dame mit einem Spieß von b4 aus auf die beiden ungedeckten schwarzen Türme auf f8 und a3 - 1,5:0,5

    Als auch Martins Gegner (4) kurz darauf die Uhr abstellte, sah es nach einem recht sicheren Sieg für uns aus. Es war ebenfalls ein geschlossener Sizilianer. Aber Schwarz ließ sich nach dem typischen f4-f5-Vorstoß zu g6*f5 hinreißen. Der aufgerissene Königsflügel wurde dann quasi von den weißen Schwerfiguren überrannt - 2,5:0,5

    Zu diesem Zeitpunkt sah es bei Claudius nach Sieg aus. Simon schien mit Mehrbauer leicht besser zu stehen und bei den restlichen Partien stand scheinbar niemand auf Verlust. Aber dann kam die Zeitnotphase, in der mal wieder die ein oder andere Partie nicht den erhofften Verlauf nahm.

    Simon (5) überschritt im 40. Zug - allerdings schon in nicht mehr ganz so toller Stellung - die Zeit. Durch eine Ungenauigkeit fiel erst der h6- und dann noch der f6-Bauer, wonach der schwarze König ohne Schutz dastand - 2,5:1,5

    Peters Partie (6) verlief bis ins Endspiel sehr ruhig und ohne große Höhepunkte. Die Stellung war lange einfach ausgeglichen und ein Remis schien das logische Ergebnis. Eine Ungenauigkeit ermöglichte dann aber immerhin eine gefährliche Bauernmehrheit am Damenflügel und es drohten immerhin mal einige Durchbruchmotive.

    Wissinger - Böttger

    Nach normalen Zügen wie etwa 38. ...Kg6 steht Weiß aber nur leicht besser und ein etwaiger Sieg wäre noch ein hartes Stück Arbeit. Nach 38. ...Se4?? jedoch gewinnt der Durchbruch 39.b6 schon eine Figur und damit auch wenig später die Partie - 3,5:1,5

    Damit sollte der Käse eigentlich gegessen sein. Dumm nur, dass Claudius (1) seine Gewinnstellung aus Dame gegen Turm und Läufer inzwischen zum Remis verdorben hatte - 4:2

    Jetzt begann das große Zittern. Wieder nur 4:4? Würde man wütend einen Kuli gegen die Wand schmeißen müssen?

    Matejs Partie (3) jedenfalls war nach zwei starken Zügen des Gegners nach der Zeitkontrolle nicht mehr zu halten. Obwohl es lange nicht klar war, wie der Gegner die Mehrqualität verwerten konnte, setzten sich am Ende die Schwerfiguren wegen diverser Mattdrohungen durch - 4:3

    Ausgerechnet Matthias (8), der eigentlich recht früh wegwollte, musste nun in der sechsten Stunde das siegbringende Remis halten. Zusätzlich machte der Hausmeister "Dampf", der das Spiellokal schließen wollte, damit es gereinigt werden konnte. Nach interessantem drachentypischem Mittelspiel war ein ausgeglichenes Endspiel entstanden, in dem der Gegner nun verzweifelt versuchte, noch was zu reißen. Aber spätestens nach der Abwicklung ins Turmendspiel (mangels gewinnträchtiger Alternativen für Schwarz) war klar, dass hier bei jeweils noch zwei Bauern auf jeder Seite eher Weiß besser steht. Also doch Remis und damit Sieg - 4,5:3,5

    Drei ganz wichtige Punkte! Zum Jahresabschluss kommt Titelmitfavorit Slavija Karlsruhe. Vielleicht gelingt eine Überraschung.

    Die Einzelergebnisse:

    SK Lindenhof 1865 - SF Birkenfeld

    S

    1

    Mehne

    (2148)

    -

    Bodrozic

    (2171)

    0,5

    W

    2

    Sulzbach

    (2205)

    -

    Braun, J

    (2070)

    1-0

    S

    3

    Belica

    (2051)

    -

    Hubel

    (1961)

    0-1

    S

    4

    Tavakolian

    (2106)

    -

    Braun, R

    (1913)

    1-0

    W

    5

    Kapteina

    (1949)

    -

    Kühnel

    (1924)

    0-1

    S

    6

    Wissinger

    (1934)

    -

    Böttger

    (1932)

    1-0

    W

    7

    Krauß

    (1948)

    -

    Metzger

    (1956)

    0,5

    S

    8

    Bieringer

    (1869)

    -

    Malheur

    (1938)

    0,5

    Sven Sulzbach