Saison 01/02
Durchwachsenes
Jahr
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kann man auf die letzte
Saison zurückschauen.
Noch vor Beginn der inzwischen abgeschlossenen Runde fand der
Guinnessbuch-Weltrekord am Standort Mannheim im Luisenpark statt. Mit 730
Teilnehmern konnten wir hierzu den Löwenanteil beisteuern. Auf dieser Homepage
finden sich an anderer Stelle Impressionen dieser gelungenen Veranstaltung.
Nach der eingelegten und verdienten Ruhepause wird man in nächster Zeit sicher
wieder mehr von uns hören! Wir werden auch weiterhin die
Bezirksblitzmeisterschaften ausrichten und kommendes Jahr wahrscheinlich auch
zum ersten Mal den Bezirkseinzelpokal.
Kommen wir nun zu den einzelnen Mannschaften. Hier waren wir insgesamt
mit vier Achter- (Landesliga, Bereichsliga, Bezirksklasse und Kreisklasse A)
und einer Vierermannschaft (Kreisklasse C) vertreten. Hinzu kamen zwei
Jugendmannschaften (U16 und U20) sowie ein Seniorenteam.
Die erste Mannschaft hatte nur unter wenig Fluktuationen zu leiden und
konnte weitgehend in Bestbesetzung spielen. Wie bereits im Vorjahr zeigte es
sich, dass hinter den beiden „Spitzen“ Sven Sulzbach und Claudius Mehne, die
beide wiederum eine überzeugende Leistung boten, ein großes Loch klafft. Auch
die Stabilität einzelner Spieler ließ etwas zu wünschen übrig. So blieb zwar
jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten, und man musste sich keine Sorgen um den
Abstieg machen, doch um ernsthaft um den Aufstieg mitspielen zu können, reicht
das nicht. Neben einem Sieg gegen Chaos I brachten wir zwar auch den späteren
Aufsteiger Weinheim gehörig ins Schwitzen, doch wurden anderweitig Punkte
einfach verschenkt. Am Ende sprang der fünfte Platz heraus. Mal sehen, wie sich
die weitere Verjüngung des Teams in der kommenden Saison diesbezüglich auswirken
wird.
Die zweite Mannschaft hatte Ambitionen, nach dem Abstieg den sofortigen
Wiederaufstieg zu schaffen. Nach einem etwas holprigen Start mit einer knappen
Niederlage und einem Unentschieden kam man immer besser in Fahrt und in der
zweiten Hälfte der Saison auch auf einen Aufstiegsplatz. Durch verschiedene
Ausfälle und Abgaben von Stammspielern schmolz der Vorsprung jedoch wieder
dahin. Nach der achten Runde wurde zwar immer noch der zweite Tabellenplatz
belegt, jedoch nur noch hauchdünn. Auch der überzeugende 5:3-Erfolg gegen den
Tabellenführer Lasker reichte danach nicht mehr aus, denn Ketsch und Viernheim
III zogen noch vorbei. Dabei hat nach dem voraussichtlichen Rückzug von
Hemsbach aus der Landesliga nur ein halber Brettpunkt zum Aufstieg gefehlt. Wie
eng es in dieser Klasse zuging, beweist die Tatsache, dass der Erste nur 12:6
und der Letzte immerhin noch 6:12 Punkte holte. Wir belegten mit 11:7 Punkten
den vierten Platz.
Die dritte Mannschaft war diesmal etwas das Sorgenkind und erwischte
einen sehr schlechten Start. Mit Verstärkungen aus der zweiten Mannschaft, was
dieser wohl den Aufstieg kostete (s. o.) und auch aus der Vierten gelang dann
aber noch die Wende und der Klassenerhalt. Kurioserweise hätte dann sogar noch
ein Sieg in der letzten Runde gegen den schon feststehenden Absteiger aus Brühl
aufgrund der Abmeldung von Hemsbach den Aufstieg bedeutet. Doch das wäre
wirklich zu viel des Guten gewesen. Der sechste Platz geht in Ordnung
Eher hatte man da schon der vierten Mannschaft einiges zugetraut. Aber
auch diese wurde stärker gebeutelt, als ihr lieb war, und wenn Spieler, die
eigentlich an den hinteren Brettern eingesetzt werden sollten, vorne antreten
müssen, ist die Situation natürlich schon um einiges schwerer, auch wenn sich
der jugendliche Ersatz beachtlich schlug. Die Niederlage gegen Neckarhausen war
dann letztendlich für den Nichtaufstieg ausschlaggebend. Dennoch kann man nach
einem Aufstieg ja auch nicht sofort den nächsten erwarten. Der vierte Platz ist
absolut OK.
Die Fünfte konnte eigentlich nie komplett antreten, und wenn von vier
Spielern einer fehlt, ist an einen Sieg kaum mehr zu denken. So war dann auch
nur der letzte Tabellenplatz drin.
Aus der geschilderten Situation müssen einige Lehren für die Zukunft
gezogen werden:
1.
Es hat sich
gezeigt, dass auf einige Leute nicht so sehr Verlass ist. Extrem kurzfristige
oder gar keine Absagen haben uns das ein oder andere Mal in die Bredouille
gebracht. Am späten Samstag Abend oder Sonntag früh kann kein Ersatz mehr
gefunden werden! Und auch notorische Zuspätkommer, gerade bei
Auswärtsspielen, müssen mit
Konsequenzen rechnen. Unter der verkürzten Bedenkzeit aufgrund zu späten
Eintreffens am Spielort haben alle zu leiden! Auch sind einige Spieler weitaus
seltener angetreten, als Sie vor der Saison bekanntgaben. Insofern wird man für
die kommende Saison wohl etwas konservativer planen. So wurden bereits Umfragen
gemacht, wer nächste Saison voraussichtlich wie oft spielen kann und will. Die
Mannschaften werden stärker nach Zuverlässigkeit und weniger nach der reinen
Spielstärke gestellt werden. Wer sich nicht mindestens eine Woche vor dem Spiel
beim Mannschaftsführer meldet, muss damit rechnen, dass er nicht zum Einsatz
kommt. Listen, in der jeder Spieler seine Anwesenheit zu einem bestimmten
Termin bestätigen oder verneinen kann, werden im Verein ausgelegt.
Zwar handelte es sich bei den
geschilderten Problemen nur um vereinzelte Fälle, denen eine deutliche
Übermacht an zuverlässigen Leuten gegenüberstand, doch wirkten sich diese
leider in größerem Maßstab negativ aus.
2.
Es kann nicht
sein, dass ein oder mehrere Mannschaften darunter zu leiden haben, dass ihre
Spieler woanders „gebraucht“ werden. Diesmal wird man sich verstärkt an festen
Kadern orientieren, wo sich jedes Team aus seinem eigenen Reservoir bedient.
Dabei hat jeder Mannschaftsführer die vorrangige Entscheidungsgewalt über seine
Spieler. Ohne seine Erlaubnis darf niemand abgezogen werden, selbst wenn
dadurch eine andere Mannschaft in Bedrängnis gerät. Dadurch lässt sich sicher
einiges an Durcheinander, das bei unserer Vielzahl an Mannschaften nicht
ausbleiben kann und wird, vermeiden.
3.
Die zwei
erstgenannten Punkte und einige Abgänge führen dazu, dass man auch in Bezug auf
die Anzahl der Mannschaften vorsichtiger planen wird. Jeder Spieler mit echtem
Interesse wird aber auf jeden Fall seinen Platz finden.
Nach diesen leicht kritischen Anmerkungen, die aber auch zeigen, dass man
sich bereits Gedanken gemacht hat, komme ich nun wieder zu einigen freudigeren
Ereignissen.
Unsere Jugendlichen belegten in ihren Altersklassen bei den
Bezirksmeisterschaften nur vorderste Plätze, so dass fünf Teilnehmer auf die
badische Ebene kamen. Marina Wagle belegte dort den ersten Platz in der U16w
und schlug sich auch auf den Deutschen Meisterschaften beachtlich. Carlos
Hauser verpasste die entsprechende Qualifikation in der U16 erst knapp durch
ein 1:1 im Stichkampf gegen den punktgleichen Erstplatzierten.
Auch die beiden Mannschaften waren im Bezirk nicht zu stoppen. Die U16
hat inzwischen mit drei weiteren Teams die Badische Endrunde (am 13. und 14. 7.
2002 auf der Sportschule Schöneck) erreicht! Die U20 schied leider eine Runde
zuvor im KO-System aus.
Diese Erfolge, nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Jugendarbeit,
sprechen sich natürlich herum, so dass immer mehr Jugendliche den Weg zu uns
finden.
Unsere erstmals angetretenen Senioren wurden auf Anhieb Zweiter im
Bezirk. Leider konnte man sich dann aber mit dem späteren badischen Meister
Heidelberg auf keinen Termin einigen, so dass man kampflos verlor. Dieses Jahr
wird man einen weiteren Anlauf nehmen.
Aufgrund studien- und berufsbedingter Wegzüge ist es einigen Mitgliedern
leider im Wesentlichen nur noch möglich, zu den Verbandsspielen zu kommen.
Daher hatte auch das Vereinsturnier diesmal einen Rückgang an Teilnehmern zu
verzeichnen. Mit 20 Personen sind das aber immer noch mehr als bei vielen
anderen Vereinen, die offene Turniere ausschreiben. Auch stieg niemand
vorzeitig aus. Das Endergebnis findet man unter „Vereinsturniere“ auf dieser
Homepage.
Das einmal monatlich stattfindende Erwachsenentraining mit Peter Braun
erfreut sich weiterhin größter Beliebtheit. Das hierdurch verdrängte
Blitzturnier soll aber demnächst auch seine Wiederauferstehung feiern. Im
Sommer werden wir wieder grillen und ein Skatturnier organisieren. Außerdem
sind Ausflüge zu den Chess Classics in Mainz und zu den Bundesliga-Heimspielen
von Baden-Oos geplant.
Mit diesem Ausblick will ich den Bericht nun abschließen. Auch in Zukunft
wird also einiges von uns zu erwarten sein!
Gerhard Schmidt