Schach in Kindergärten – Geht das? Ist das kindgerecht?

Die Antwort ist ja! Und darüber hinaus ist Schach auch gut für die kindliche Entwicklung, wenn man den aktuellen Studien aus Trier Glauben schenken darf.

Unser Schachverein bietet seit 2005 auch Schach in Kindergärten an. Hierfür konnte unser Jugendleiter Uwe Brandenburger gewonnen werden, der als Freiberufler mit mittlerweile mehreren Kollegen an über 15 Schulen und Kindergärten, teilweise mit mehreren Gruppen tätig ist.

Schach steigert den Erwerb und den Grad persönlicher Eigenschaften wie Konzentrationsfähigkeit, logisches Denken, Kreativität, zielstrebiges Denken, aber auch eigenständiges Denken und Handeln. Diese Eigenschaften eignen sich gerade auch Kinder im Vorschulalter an. Auch Neugier, Motivation und das Durchhaltevermögen werden gefördert. Schach lernen und begreifen ist insofern ein nützliches Hilfsmittel für die Arbeit im Kindergarten.

Und die Kinder lernen wirklich bereits im Alter von vier oder fünf Jahren Schach. Zwar benötigen sie dafür länger als ältere Kinder, sind aber auch nicht so frustriert, wenn sie einmal verlieren. Spielerisch erobern sie die Welt. Am Ende eines Kindergartenjahres mit einer Einheit Schach wöchentlich von 60 Minuten – in der die Kinder nicht immer nur am Brett sitzen bleiben – können die Eltern ohne weiteres ins Schwitzen kommen, die Kleinen werden sie „schlagen“.

Das Konzept unseres Vereins sieht vor, dass Eltern eine Eigenbeteiligung für das wöchentliche „Training“ zahlen. In Kindergärten aus sozial schwachem Umfeld kann die Eigenbeteiligung reduziert sein, dank der Hilfe von Unterstützern. So haben der Fachbereich Sport und Freizeit der Stadt Mannheim, die Aktion Mensch e.V. und der Badische Schachverband das Projekt in den Anfangsjahren unterstützt. Gegenwärtig finanziert die Klaus Tschira Stiftung gGmbH, eine der größten privaten Stiftungen Deutschlands, den Unterricht an drei Kindergärten in der Region. Der Verein ist ständig auf der Suche nach weiteren Förderern.

Die Resonanz von Kindergärten und Eltern ist sehr positiv. Eltern wollen ihre Kinder vor dem Start in die Schule mit logischem Denken konfrontieren, Disziplin, die Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Die PISA-Studie tut ihr Übriges. Eine noch zu prüfende These des Vereins ist: „Durch die mit Schach erworbenen bzw. entwickelten Fähigkeiten und Kenntnisse wird die Befähigung von Kindern gefördert, aus ihrer sozial bedingten Bildungskarriere auszubrechen und höhere Abschlüsse zu erreichen.“ Nur im Kindergarten erreiche man eine breite Gruppe von potentiellen Hauptschul- bis Gymnasiums-Kandidaten.

Unter den Kindergärten, die regelmäßig Schach anbieten, befinden sich mit dem Kindergarten Am Aubuckel in Feudenheim, dem Kindergarten Ulmenweg im Herzogenried, dem Kindergarten in der Joseph-Haydn-Straße der Oststadt und dem in M2 auch vier städtische Kindergärten. Der Kindergarten Rheinauer Ring war einer der Vorreiter, der Kindergarten in M2 kam zuletzt dazu.

Unlängst konnten wir unser Projekt in der Sonderausstellung „Die lernende Stadt“ beim Neujahrsempfang der Stadt Mannheim im Rosengarten präsentieren. Der Reiz des Schachs, der weltweit verbreitetsten und ältesten Spielsportart, ist nach wie vor da. Beweis waren die Besucher, die sich ans Brett oder an den mit einem kindgerechten Schachprogramm bestückten PC gesetzt haben. Die Ausstellung war die dritte öffentliche Präsentation des Projekts nach dem Aktionstag im dm-Markt in Mannheim-Neckarau und einem Stand beim letztjährigen Maimarkt.

Auch im aktuellen und neuen Kindergartenjahr gibt es die Möglichkeit, sich an dem Projekt zu beteiligen. Fragen zu „Schach an Kindergärten“, sei es von Seiten der Eltern, der Kindergartenleitungen oder auch von Partnern beantwortet gerne persönlich oder telefonisch Uwe Brandenburger (Tel. 0621-1582903), per E-Mail Dr. Markus Keller unter markus.keller@gmx.de. Weitergehende Informationen haben wir auf http://www.sb-mannheim.de/projekte.htm hinterlegt.

Übrigens sucht Uwe Brandenburger auch ständig neue Mitarbeiter, die während eines Kindergartenjahres ein oder mehrere Gruppen betreuen können, nicht nur in Mannheim.

Zur Jugendseite